Presseartikel

Slapstick-Einlagen sorgen für Gelächter

BNN 03.11.2025

Das Stück „Die Wichteltür“ verzaubert Kinder ab drei Jahren im marotte-Theater Karlsruhe

Nachmittag am Allerheiligen-Samstag im marotte-Theater in Karlsruhe. Der Zuschauerraum gleicht einem Sack Flöhe. Zahlreiche Kinder bevölkern die ersten Reihen, möglichst sinnvoll verteilt von Regisseur und Stückautor Thomas Hänsel. Etwas weiter hinten Eltern oder Großeltern, die immer mal wieder versuchen, erziehend auf die Rasselbande einzuwirken. Die Aufregung ist groß – immerhin steht die Premiere des neuen Stücks „Die Wichteltür“ für Kinder ab drei Jahren an. „Wann geht’s denn los?“ wird neben „Oma, schau mal wie viele Finger ich habe“, der am meisten gehörte Ausruf an diesem Nachmittag.

Die rund fünf Minuten Verzögerung, mit der das Stück beginnt, scheint sich für die Kinder ewig zu ziehen, was jeder nachvollziehen kann, der sich daran erinnert, wie lange sich das Warten aufs Christkind angefühlt hat. Dann geht es endlich los und schlagartig ist Ruhe im Saal.

Puppenspielerin Friederike Krahl betritt die Bühne und zeigt einmal mehr, dass sie nicht nur hervorragend mit den Puppen umzugehen weiß, sondern genauso gut darin ist, eine Geschichte zu erzählen. „Das ist die Geschichte von Lotti und den Wichteln“, beginnt sie zu erzählen. „Jeden Abend geht Lotti schlafen“ – „So wie alle“, ruft ein Kind. Das Bühnenbild ist ansprechend, aber nicht überfordernd: Die seitliche Darstellung eines Bettes inklusive Kissen und Decke mit ordentlich Platz unter dem Bett. Wenn Krahl die Puppen dahinter bespielt, verschwindet ihr Kopf oft genau hinter dem Bett, was die Illusion der lebenden Puppen zusätzlich unterstützt. Das Stück zeigt Wiederholung und dennoch Veränderung, was bei Kindern in dem Alter sehr gut ankommt. So gibt es beispielsweise feste Abläufe.

Durch die Wichteltür unter dem Bett erscheint das Wichtelpaar Knut und Greta. Während Greta unter dem Bett sauber macht, kümmert sich Knut darum, für Lotti, dem Mädchen, das in dem Zimmer schläft, einen Traum zu erfinden. Greta bewertet dann den Traum und mildert ihn ab, wenn er zu gruselig oder zu riskant sein sollte. So strickt sie beispielsweise einen Schal für Lotti, als diese im Traum an den Nordpol reisen soll. Da die Wichtel im Winter, Frühling, Sommer, Herbst und noch einmal zu Weihnachten erscheinen, ist der Ablauf zwar gleich, aber der Inhalt immer unterschiedlich. Es wird gestrickt, gebastelt oder gedichtet in unterschiedlichem Ambiente. Dies sorgt einerseits bei den Kindern für Vertrautheit, bietet aber dennoch genug Abwechslung, um sie für die rund 35 Minuten Spielzeit ans Geschehen zu binden. Damit für die kleinen Besucherinnen und Besucher Lotti nicht nur eine körperlose Figur bleibt, zeigt Krahl immer ein Bild von Lotti, passend zur jeweiligen Jahreszeit. Zudem sorgen die kleinen Slapstick-Einlagen der beiden Wichtel für viel Gelächter. Die von Mechthild Nienaber liebevoll gestalteten Figuren und das ansprechende Spiel von Friederike Krahl sind in jedem Fall einen Besuch wert.

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